2012/06/04

A Royal Salute...


An diesem Wochenende stand Großbritanien Kopf, das diamantene Thronjubiläum von Queen Elizabeth II. war allerorts Thema und die ganze Insel feierte. Auch Deutschland feierte mit, zumindest in den heimischen Wohnzimmern haben sich viele dem Zauber nicht entziehen können. Viele Sender zeigten gestern Reportagen und die ARD übertrug natürlich live und kommentiert von Rolf Seelmann-Eggebert die Flussfahrt der königlichen Familie die Themse hinunter (oder hinauf). Es ist schon faszinierend, wie diese Frau doch die Menschen in irgendeiner Art und Weise berührt. Sie ist wie eine Bastion, die immer da war. Und es ist nicht wirklich vorstellbar, dass sie irgendwann nicht mehr da sein wird. Sie steht für Kontinuität und Pflichterfüllung, sie dient nicht nur den Engländern als Vorbild. 
Der Tatler, jenes so typisch englische Gesellschaftsblatt, hat dem Jubiläum nun eine ganze Ausgabe gewidmet, in der der Leser nicht nur viel über diese aussergewöhnliche Person lernen kann, sondern auch gleich noch viel über den britischen Lebensstil erfährt. Ich habe mir die Ausgabe gekauft und werde es mir mit einer Tasse Tee gemütlich machen.

Nichts Für Dauerbartträger...


Der Bart als Massenphänomen oder wie? Hmm, auch ohne Fussball und EM-Hype bin ich Barttäger. Vielleicht sollte ich mir stattdessen überlegen mich jeden Tag zu rasieren und erst dann, wenn der Rummel vorbei ist wieder die Haare im Gesicht wachsen lassen? Wie auch immer, die Werbung trifft und betrifft mich nicht. Und nachdem der Philips-Rasierer vor ein paar Monaten kaputt gegangen ist, wurde er durch ein Konkurrenzprodukt ersetzt. Ich bin also raus!


2012/06/03

Kino: Les Adieux À La Reine...


Dieser Blog soll keinesfalls zu einem Filmblog mutieren, doch in der der Tat war ich schon wieder im Kino. Und wieder war es Film, der den Dekorationen und Kostümen huldigt. 'Les Adieux à la reine' feierte im Februar während der Berlinale Premiere und ist nun auch offiziell in den Kinos. 
Nach Sofia Coppola nimmt sich nun der französische Filmemacher Benoit Jacquot des Marie Antoinette Stoffes an und nimmt den Zuschauer mit an den Hof von Versailles. Doch geht es diesmal nicht um Cupcakes und Schuhe, nicht um die romantische Darstellung einer bisweilen naiven und sogar sympathischen Königin, deren Ende ja allen bekannt sein dürfte. Nein, diesmal wird ein weitaus realistischeres Bild eines gerade im untergehen begrifffenen Konstruktes gezeigt. Man sieht nicht wie der 'Eisberg' das Schiff rammt, aber man merkt die aufkommende Unruhe. Die Raten verlassen langsam sinkende Schiff und nehmen mit, was ihnen in die Hände fällt. Am Ende empfindet man nicht mal mehr großartig viel Mitleid mit dem der Königin bevorstehenden Schicksal.
Jacquot beschreibt in seinem Film drei Tage im Leben der Königin Marie Antoinette aus der Sicht ihrer Vorleserin Sidonie Laborde. Die junge Frau, gespielt von Léa Seydoux, ist eine Bindeglied zwischen den dunklen Löchern in denen die Bediensteten ihr Leben fristen und den glanzvollen Räumen der Königin. Sie springt aber auch zwischen der Welt des hohlen höfischen Lebens und des Intellekts hin und her. Sie deutet die Zeichen der Zeit, und ist trotzdem ihrer Herrin ergeben; sie verkörpert den Geist der Aufklärung und befreit sich ganz im Kant'schen Sinne aus der Unmündigkeit. 
Der Film ist durchaus wert angeschaut zu werden, nicht nur wegen tollen Bilder die Jacquot zeichnet. Die Kostüme von Christian Gasc und Valérie Ranchoux machen das Bild rund und den Film zu einem Genuss, da kann man sogar über die manchmal etwas schleppende Story hinwegsehen. Die schauspielerischen Leistungen sind ebenfalls respektabel und selbst die meist eher mittelmässige Diane Kruger kann überzeugen in ihrer Rolle als Königin. 


2012/06/01

Kino: Snow White And The Huntsman...


Seit gestern ist die zweite Schneewittchenverfilmung nun im Kino. Und tatsächlich sass ich gestern Abend im Kino und habe mir den Film angeschaut. Die Euphorie und Vorfreude meines Freundes hat mich verleitet und sprang auf mich über; ich wurde nicht enttäuscht, bin aber nun auch euphorisch verzückt aus dem Kino gekommen. Der Film hat Glanzlichter, eine Menge sogar, aber auch ein paar Tiefpunkte. Man kann sich gut unterhalten lassen, was ja die Hauptsache sein sollte. 
Natürlich ist es wahrer Bilderrausch, und vor allem auch im ersten Drittel wirklich düster erzählt. Die Geschichte von Schneewittchen, wie sie die Gebrüder Grimm erzählten, wird immer wieder gestriffen, aber meist neu interpretiert. Einzig die böse Königin ist eine Konstante, sie wird grandios gespielt von Charlize Theron. Unglaublich mit welcher Intensität sie dem Wahnsinn ein Gesicht verleiht. Optisch hat man sich stellenweise an dem von Walt Disney gezeichneten Bild der bösen Königin orientiert, das ja auf der Uta im Naumburger Dom basiert. Aber auch Kristen Steward gefiel mir zu ersten Mal, auch wenn sie doch meist wieder nur ihren einen einzigen Gesichtsausdruck hat. Es wäre spannend sie mal anders zu sehen, mal mit gewaschenen Haaren und sauberen Fingernägeln. 
Natürlich lebt der Film von den Effekten, aber auch die Kostümbildnerin Colleen Atwood und ihre Mitarbeiter haben tolle Arbeit geleistet. Es sind vor allem die Kleider der Königin, die herausragen und die Möglichkeit boten, der Phantasie freien Lauf zu lassen. Gold, Silber und Schwarz sind ihre Farben; sie strahlt wie eine Statue oder zerfliesst in einem Mantel aus Federn wie ein Ölteppich. Es wäre spannend die Kostüme mal von nahem zu sehen, zu sehen wie viel Handwerk sich darin verbirgt. Atwood zeichnete schon für einige Fantasyspektakel verantwortlich und arbeite auch oft mit Tim Burton zusammen, für den sie erst kürzlich die Kostüme für 'Dark Shadows' designte. 
Die Schwachstellen des Film werden dann sichtbar, wenn er zu sehr ins märchenhafte abgleitet. Trotzdem lohnt sich der Gang ins Kino. Ich persönlich empfehle auch den Film in englisch anzuschauen, einfach weil die Stimme von Charlize noch um einiges kraftvoller ist als die deutsche Synchronstimme. Aber egal in welcher Sprache man ihn sich anschaut, am beeindruckensten sind eh die Bilder und die Augen von Frau Theron. 


2012/05/31

Rhabarber...


Rhabarber verbinde ich vor allem mit Kindheit und dem von meiner Oma gekochten Rhabarberkompott. In diesem Sommer habe ich ihn für mich wiederentdeckt, vor allem als Schorle mag ich ihn gerne.
Seit dem 16. Jahrhundert wird Rhabarber angebaut, das aus der Himalayaregion stammenden Gewächs kam über Russland nach Europa und wurde zum ersten Mal in der Mitte des 19. Jahrhunderts gewerbsmässig angebaut. In den 30-er Jahren des letzten Jahrhunderts betrug die Anbaufläche 1.700 Hektar, in den 90-er Jahren nur noch 400. Ob der Rhabarber gerade eine Renaissance erlebt weiß ich nicht, aber auffällig ist schon, dass plötzlich überall Rhabarbersaft und -schorle angeboten wird.
Aber auch die Farbe ist toll und inspirierend. Ich habe bei Mr. Porter schöne Oberteile gefunden, deren Farbe an die Rhabarberkompott erinnert.

A.P.C.
Aubin & Wills
John Smedley
Headerbild von hier

2012/05/30

Kino: Die Königin Und Der Leibarzt...


Das Schicksal von Caroline Mathilde und Johann Friedrich Struensee bot schon einmal Stoff für einen Film; 1957 wurde Struensee von O.W. Fischer gespielt. Vor gut drei Wochen, vielleicht sind es sogar schon vier, habe ich mir die Neuverfilmung mit Mads Mikkelsen angeschaut und muss gleich vorweg sagen, dass es nicht unbedingt mein Lieblingsfilm werden wird. Trotzdem aber lohnt es sich ins Kino zu gehen, allein schon wegen Mikkelsen.
Wer einen Kostümreigen wie bei Marie Antoinette erwartet, wird wohl enttäuscht werden. Der Film ist gut recherchiert und die Mode der Zeit wird gut abgebildet. Der Zuschauer sieht, dass er sich nicht in Versailles befindet, sondern in einem noch rückschrittlichen europäischen Hof. Einzig die Kleider der Königin stechen hier und da heraus. Auch Massenszenen wurden zu vermeiden versucht, es gibt keine rauschenden Bälle und wenige Szenen mit vielen Statisten. 
Die Geschichte beruht in der tat auf einer wahren Begebenheit, nämlich einer Affäre zwischen der dänischen Königin Caroline Mathilde und Johann Friedrich Struensee, einem Arzt aus Altona. Struensee wurde an den Hof von König Christian VII. gerufen um diesen von seiner Geisteskrankheit zu heilen. Vom Arzt wurde er zum Berater des Königs und zum Liebhaber der Königin, die von seiner freiheitlichen Art zu denken angetan war und in der er eine Verbündete fand um Dänemark zu reformieren.
Struensee endete auf dem Schafott, er wurde wegen Verrats angeklagt und enthauptet. Das Beil des Henkers kann man sich heute im Celle'r Schloß ansehen, zusammen mit vielen Erinnerungsstücken an Caroline Mathilde, die nach der Scheidung von Christian VII. und der Verbannung dort ihre letzten Lebensjahre verbrachte und am 10. Mai 1775 dort im Alter von noch nicht mal 24 Jahren verstarb.


Caroline Mathilde entstammte der englischen Herrscherfamilie, sie war die Schwester von Georg III. Von der Geisteskrankheit Christians war nichts bekannt am englischen Hof, vermutlich hätte die Ehe  sonst kaum stattfinden können. Mit 15 Jahren kam die Prinzessin nach Dänemark und wurde Königin. Obwohl Caroline Mathilde streng puritanisch erzogen wurde, dürfte sie doch das ein oder andere Schmuckstück mit an den dänischen Hof gebracht haben. Besonders en vogue waren Stücke aus geschliffenem Stahl, das als Cut-Steel gehandelt wurde.  
Um 1750 kam dieser Schmuck auf, bei dem Stahlnägel geschliffen und dann auf eine Trägerplatte wurden. Durch seine 15 Facetten imitierte der Schmuck geschliffene Steine. Im Grunde war es eine frühe Art von Modeschmuck, der unter anderem gerne auf Reisen getragen wurde. Die echten Steine konnten so Zuhause im Schrank bleiben und die Dame von Welt konnte trotzdem funkeln. Vielleicht hatte auch Caroline Mathilde ein Armband wie dieses von Antique & Vintage Jewellery?

Cut-Steel Armband ca. 1800
Bilder von hier und hier

Armreif von:
Oliver Rheinfrank
Linienstraße 44 / 10119 Berlin
Tel. 030 20 68 91 55

2012/05/29

Einkaufen In Köln...


Als Berliner ist man doch reichlich verwöhnt, was das Einkaufen betrifft. Man bekommt hier (fast) alles und kennt auch irgendwie alles schon. Die Einkaufsstraßen Köln's stellten also keinen besonderen Reiz dar, eher ging es darum nach besonderen Geschäften Ausschau zu halten. Die Läden habe ich da gefunden, die ich nun gerne weiterempfehlen möchte. 
Tagediebe (Hirschgässchen 1) – Ganz dick auf der To Do-Liste stand ein Besuch bei Tagediebe, dem im November eröffneten Geschäft zweier früherer Kolleginnen. Nach vielen Jahren bei Taschen haben sich die beiden entschieden ein eigenes Geschäft aufzumachen, wo sie nun die Dinge verkaufen, die ihnen selbst wohl auch Freunde bereiten: Bücher und Designartikel. Man findet kleine Mitbringsel und schöne Geschenke, und auch das ein oder andere für sich selbst. Besonderes Augenmerk wird auf ausgewählte Kinderbücher gelegt, die liebevoll ausgesucht sind und schön präsentiert werden. Der Laden macht Spass und es lohnt sich mal vorbeizugehen.



Atelier (Apostelnstraße 24) – Die Kölner scheinen einen kleinen Markenfetisch zu haben, zumindest tragen sie gerne Sachen auf denen gut das Label zu lesen ist. Viele Geschäfte haben sich darauf eingestellt, D&G und Polo Ralph Lauren sind so gut wie überall gut vertreten. Eine Insel der reduzierten und schlichten Mode ist da Atelier, die sich den skandinavischen Marken verschieben haben. Es gibt eine schön zusammengestellte Auswahl bekannter Marken, ganz frei von plakativer Belabelung. 


Heimat (Mauritiuswall 76-78) – Den Laden habe ich leider erst am Samstag Abend entdeckt, da war schon zu. Leider! Die Fensterfront und die Innenraumgestaltung sind aber mehr als vielversprechend. Bei meinem nächsten Kölnbesuch will ich da unbedingt mal rein. 


2012/05/28

Pfingsten In Köln...


Schneller als gedacht verging mein Wochenende in Köln, nun sitze ich schon wieder in Berlin am Küchentisch. Doch die vergangenen Tage waren ausgefüllt mit schönen Erlebnissen, viel Essen und noch mehr Zeit auf dem Rad. Michael war ein wunderbarer Guide und mir die Stadt nahe gebracht; zum ersten Mal finde ich Köln wirklich charmant, auch wenn ich nicht unbedingt dort wohnen wollen würde.


Auch ein Andenken habe ich gefunden, ein Bild vom Flohmarkt. Ein Platz dafür wird sich sicher finden, leere Wände habe ich ja noch einige. Und wer noch ein paar mehr Bilder sehen möchte, der finde die auf dem Fotoblog und bei Instagram.